… möge die Straße …

Dem Internet sei Dank! Wir wussten Ort und Zeit und fanden die Kirche Paroisse des Billettes hinter dem Hôtel de Ville rechtzeitig, um die Klimapilger in Paris begrüßen zu können. Damit schließt sich für uns die Aktion ‘Geht doch!’, die für uns vor Monaten mit einem Besuch des Orga-Teams in Münster begonnen hatte und nun in einer Stadt endet, die hin und her gerissen ist zwischen tiefster Finsternis und hellstem Licht.

Wir hatten uns versprochen, dass, wenn wir schon nicht mitgehen können, wir wenigstens vor Ort sein wollten bei der Ankunft. Denn wie immer war für uns das Nichts-Tun keine Option. Und es tat gut, in der aufgewühlten Stadt für eine Stunde die Gedanken und Gefühle zur Ruhe kommen zu lassen.

Was bleibt in der Erinnerung von dem ökumenischen Gottesdienst – angesichts der mächtigen Emotionen, denen man auf dem Place de la République und vor dem Bataclan ausgesetzt war? Zum einen das laute Lachen spielender Kinder, das von einem Kindergarten hinter der Kirche bis in den Innenraum des Gebäude hallte und lauter war als viele Wortbeiträge (meine Ohren zollen dem Alter und dem Heavy Metal so langsam Tribut).

Zum anderen bleibt der Bericht der Frau aus Nordeuropa, die in einer Thermoskanne Wasser auf ihrem Weg durch Nordeuropa gesammelt hat – aus Flüssen und Teichen, von Island bis Paris. Es soll ein Symbol dafür sein, dass – egal von wo wir kommen – wir nicht so verschieden sind, dass wir zusammen gehören und nur gemeinsam die großen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen können.

Als letztes noch der Taizé-Gesang während der Lichter-Prozession, als die Kerzen zum Altar gebracht wurden:

… lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht …

Doch es ist immer erst zu Ende, wenn es zu Ende ist. Am Sonntag werden wir auf dem Place de la République sein und versuchen, uns in die Menschenkette gegen die Klimawandel einzureihen. Ob aus diesem Plan auch etwas wird – diese Macht liegt nicht in unseren Händen.