Stoppt den Krieg in Syrien

Zu der Versammlung für den Frieden am Sonntag, den 23.04.2017 um 15:30 auf dem Prinzipalmarkt in Münster, wird der folgende Aufruf veröffentlicht. Wer den Aufruf persönlich unterstützen möchte, sende bitte Name und Anschrift an diese Adresse:

touch.down(at)saveearthlovepeacefreedom.org

Im Rahmen eines Fototermins wird auf den Stufen des Münsteraner Rathauses ein Zeichen für den Frieden gesetzt. Jeder Mensch darf gerne Transparente mitbringen, mit denen er oder sie zum Ende der Kriegshandlungen in Syrien aufruft.

Die Fotos werden unter dem HashTag #StopTheWar in den Sozialen Medien verbreitet. Diese Aktion soll möglichst viel Nachahmer finden, um den Druck auf die Politiker zu erhöhen, in Syrien endlich auf dem Verhandlungsweg den Frieden herbeizuführen und die vom Tode bedrohten Menschen aus dem Schlachtfeld herauszuholen.


Der Krieg in Syrien ist ein Akt der Barbarei. Er tobt seit nummehr über sechs Jahren. Die nackten Zahlen sind dabei nur ein fahler Widerschein des Grauens: hunderttausende Tote, rund 5 Millionen Flüchtlinge außerhalb des Landes – ca. 25 Prozent der syrischen Bevölkerung. Bis Mitte 2016 gab es schätzungsweise eine Million Menschen, die in den belagerten Gebieten lebten und die keine humanitäre Unterstützung erhielten.

Der moralische Abgrund

Die mediale Weltöffentlichkeit scheint sich an den brutalen Alltag gewöhnt zu haben. Doch der Giftgaseinsatz in Chan Scheichun hat mit unbarmherziger Gewalt die Wirklichkeit wieder in die Wohnzimmer geholt. Denn der Krieg war nie vorbei – er war nur an den Rand des Aufmerksamkeitshorizonts gedrängt worden. Trotz ungeklärter Hintergründe griffen die USA als Vergeltung für den qualvollen Sarin-Tod direkt gegen die syrische Seite ein. Damit wurde auch die Hilfslosigkeit deutlich, mit der selbst die stärkste Kriegsmacht der Erde dem ungebremsten Massenmord gegenüber steht.
In Syrien erleben wir einen der tiefsten moralischen Abgründe unserer Epoche. Jede Waffe, die in diesem Krieg eingesetzt wird, verschärft diesen Abgrund und facht den Krieg nur weiter an.

Diplomatie und Schlachtfeld

Seit fünf Jahren erweist sich die Diplomatie als unfähig, die Schlachtfelder in Syrien zu befrieden. Mit dem Gasangriff und dem anschließenden „Vergeltungsschlag“ wurde eine neue Eskalationsstufe erreicht, ohne dass eine Strategie erkennbar ist. Aufrüstung, wie sie auch unsere Bundesregierung plant, ist der falsche Weg. Das Geld wird dringend gebraucht, um die notwendigen zivilen Konfliktlösungsstrategien und humanitäre Hilfe zu finanzieren. So viele Allianzen sind für und gegen Syrien geschmiedet und gebrochen worden. So viele Strategien sind ins Leere gelaufen. Doch der unbedingte Willen zum Frieden – der hatte bisher keine Chance.

Frieden nur ohne Waffen

Dieser Wille zum Frieden in Syrien muss sich Gehör verschaffen. Und dafür wollen wir am 23.04. ein Zeichen setzen – vor dem Rathaus des Westfälischen Friedens, in dem der 30jährige Krieg in der Mitte Europas sein Ende fand. Wille zum Frieden heißt nicht, die Augen zu verschließen vor der Wirklichkeit. Im Gegenteil: Wir rufen dazu auf, genau nach Syrien zu schauen und die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker aller Seiten in die Pflicht zu nehmen. Konkret heißt dies: Stopp aller Waffenlieferungen an Kriegsparteien und ins Kriegsgebiet, Verzicht auf eigene Machtinteressen und auf dieser Basis  die sofortige Aufnahme von Verhandlungen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist, die Konfrontation zwischen Russland und der NATO nicht weiter zu verstärken, sondern abzubauen. Beide Seiten müssen dazu Beiträge liefern. Nur miteinander kann dieser Krieg beendet und können die nächsten Kriege verhindert werden.

Europa als Schutzhafen

Verhandlungen sind ein langfristiger Prozess. Doch die Menschen leiden jetzt und müssen vor der Gewalt geschützt werden. Dies ist zur Zeit in Syrien nicht möglich. Auch die benachbarten Ländern sind von den katastrophalen Folgen des Krieges überfordert. In dieser Situation muss Europa seinen  Werten folgen. Europa muss den vom Tode bedrohten Menschen Schutz anbieten und Fluchtkorridore bereit stellen. Wo die Gewalt eskaliert und durch noch mehr Gewalt nicht eingedämmt werden kann, ist Rettung das Gebot der Menschlichkeit.

Familiennachzug sofort

Dass die Bundesregierung angesichts der Katastrophe in Syrien den Familiennachzug ausgesetzt hat, ist ein humanitärer Offenbarungseid. Gerade als Kriegspartei muss Deutschland sich klar und deutlich auf die Seite der Menschen in Syrien stellen. Den Familien muss in Deutschland ein sicherer Fluchthafen geboten werden.

In Zeiten, in denen die Diplomatie versagt, muss eine wache Weltöffentlichkeit die Verantwortlichen in die Pflicht nehmen. Unser Ziel am 23.04. am Rathaus des Westfälischen Friedens ist es daher, die Tatenlosigkeit und das Schweigen eines jeden einzelnen Menschen zu überwinden. Der Aufschrei angesichts der Gewalt darf nicht wieder verstummen.

Quellen


Stoppt den Krieg in Syrien – UnterzeichnerInnen

  1. Jürgen Blümer, Drensteinfurt
  2. Hermann Stubbe, Steinfurt
  3. Waltraud Angenendt, Drensteinfurt
  4. Stefan Leibold, Münster
  5. Tomas Lohmann, Sendenhorst
  6. Werner Paschke, Sendenhorst.
  7. Sabine Triem, Drensteinfurt
  8. Jörg Schlummer, Drensteinfurt

Ein Gedanke zu „Stoppt den Krieg in Syrien

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.