Aufruf zur Lichterkette “AfD – neee! Gegen Faschismus aufstehen”

Liebe Münsteranerinnen und Münsteraner,

wenn wir am 10.02. auf das Rathaus in Münster schauen, fällt unser Blick auf ein Symbol des Friedens. In diesem Gebäude wurde das verheerende Menschenschlachten des 30jährigen Krieges beendet – ein Krieg, in dem weltliche Großmächte den christlichen Glauben instrumentalisierten, um politische Ziele auch auf dem Schlachtfeld durchzusetzen.

Heute, fast 400 Jahre nach dem Beginn des Gemetzels, taugt der historische Konflikt lediglich dazu, kranken Hooligans in Münster und Osnabrück in unbedeutenden Fußballspielen eine Vorlage für asoziales Verhalten zu liefern. Aus dieser Entwicklung lassen sich zwei Lehren ziehen: Zum einen ist es möglich, Hass und Ausgrenzung zu überwinden. Zum anderen wird es immer wieder Unbelehrbare geben, die den Hass als Lebenselixier benötigen.

Gerade in Deutschland erscheint diese Unbelehrbarkeit extrem irrational – in einem Land, dessen Menschen in der Weltgeschichte gerade aufgrund von Hass und Kriegen immer wieder einen hohen Blutzoll entrichten mussten. Wie schön wäre es daher, am 10.02. beim Blick auf das historische Rathaus sagen zu können: Ja, die Menschen in Deutschland haben aus der Geschichte gelernt. Sie haben sich ein Grundgesetz gegeben, in der vor allen anderen Regeln die Würde der Menschen als unantastbar deklariert wird. Sie haben gelernt, politische Konflikte ohne Gewalt auszutragen und dabei eine freie, demokratische offene Gesellschaft geschaffen.

Doch das ist nicht die Realität. Wenn wir am 10.02. auf das Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster blicken, sehen wir eine faschistische Partei in den historischen Räumen. Wir blicken auf eine Organisation, die nicht  nur in einzelnen Punkten die Lehren der Geschichte ausradieren will, sondern die vielmehr diesen Staat und seine Grundlagen ablehnt – gerade auch die unantastbare Würde des Menschen.

Die AfD spricht Flüchtlingen und Asylsuchenden ihre Würde ab, weil sie diesen Menschen keinen Schutz gewähren will. Die AfD spricht Frauen ihre Würde ab, weil diese sich zum Wohl des Volkes gefälligst der Mutterschaft zu unterwerfen haben. Die AfD spricht Homosexuellen ihre Würde ab, weil diese zu Menschen zweiter Klasse degradiert werden sollen. Die AfD spricht Alleinerziehenden ihre Würde ab, weil allein die Vater-Mutter-Kinder-Konstellation in einem eingeschränkten Gesellschaftsbild eine Rolle spielt.

Und – die AfD spricht den zukünftigen Generationen auf diesem Planeten ihre Würde ab, weil sie auf Kernenergie setzt und den Klimawandel leugnet. Sollte es nicht in wenigen Jahren gelingen, die Energieversorgung von Atom und Fossil auf regenerativ umzubauen, müssen unsere Enkelkinder dieses Versagen ausbaden. Verantwortungslosigkeit erreicht hier eine neue Dimension.

Keine Würde – das ist das Erkennungsmerkmal der AfD, einer faschistischen Partei, die Angst, Wut und Hass als Treibstoff für ihre politische Propaganda benötigt. Keine Würde im Parteiprogramm, keine Würde beim Personal, keine Würde bei der Kommunikation in Medien und sozialen Netzwerken. Keine Würde, weil Würdelosigkeit und Tabubruch zur DNA dieser Faschisten gehört.

Liebe Münsteranerinnen und Münsteraner,

um dieser Würdelosigkeit, die den gesunden Menschenverstand beleidigt, ein Zeichen entgegenzusetzen, rufe ich Sie auf, sich am 10.02. an der Lichterkette zwischen Domgasse und Rothenburg zu beteiligen. Nach dem lauten und bunten Protest des Kulturfestivals soll dem Faschismus in Deutschland ein stilles, entschlossenes Zeichen entgegensetzt werden. Ein würdevolles Zeichen.

Wir setzen dieses Zeichen mit der Lichterkette, um unser Grundgesetz zu verteidigen: “Die Würde des Menschen ist unantastbar”. Wir setzen aber auch ein Zeichen, dass wir eine weitere Eskalation von Tabubruch, Hass und Gewalt verurteilen. Wir setzen ein Zeichen für das bessere Deutschland, das aus der Geschichte die richtigen Lehren gezogen hat.

Liebe Münsteranerinnen und Münsteraner,

wir erleben gerade historische Zeiten, die jeden Menschen zum Handeln herausfordern. Noch haben wir gemeinsam die Chance zu verhindern, dass wieder einmal die Lichter ausgehen in Europa. Daher bitte ich Sie, sich am 10.02. an der Lichterkette im Anschluss an das Kulturfest auf dem Michaelisplatz zu beteiliegen.

Jürgen Blümer
Drensteinfurt
Veranstaltungsleiter “AfD – neee! Gegen Faschismus aufstehen”

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