Burn

Der Reisende weiß, dass er seinem letzten Ziel heute nur die unbedeutende Zeitspanne von wenigen Stunden näher kommen wird. Die Musik in den Ohrsteckern dreht in der Endlosschleife, während die Zugspitze sich hinter seinem Rücken durch den märkischen Sand nach Osten pflügt. Der Reisende blickt in die untergehende Sonne, die ein letztes mal Kraft sammelt, bevor die Nacht ihre Herrschaft errichtet. Der Zug scheint schläfrig zu schaukeln in den Gleisen.

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Unsichtbares

Der Reisende ist nun auf dem Weg. Seine Reise hat auf der ersten Etappe kein Ziel, aber einen Auftrag. Er hat eine Botschaft zu überbringen, eine Nachricht an unsichtbare Freunde. Der Reisende hat diese Menschen nie getroffen, doch weiß er genau, wie sie aussehen. Denn er ist Ihren Spiegelbildern begegnet, in Berlin, Dresden, Paris, Hamburg, Brüssel, Köln, Genua, Gorleben, Heiligendamm.

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Tanzt – sonst sind wir verloren!

Der Reisende steht an seinem Abfahrtgleis und wartet im Bahnhof unter dem hoch geschwungenen Glasdach auf seinen Zug. Den Himmel trübt ein helles Grau, dessen Wolken keinen Regen ankündigen. Das Warten ist ein wichtiger Aspekt des Reisens, denn es nimmt der Fortbewegung die gehetzte Eile, ist der ruhende Ort zur hinter sich gelassenen Strecke. Es ergänzen sich Ort und Strecke zum Rhythmus der Reise, idealerweise in der Art, dass bereits diese Abwechslung dem Reisen einen Sinn gibt.

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Auf den Weg machen …

Dies ist der Beginn einer Reise. Einer Reise, dessen Route sich nicht allein in geographischen Koordinaten ausdrücken lässt. Diese Reise bewegt sich auch durch eine Zeit in der Art, dass sie sich dem reißenden Strom des Zeitenlaufs entgegen stemmen will und willkürlich springt an Momente, die wie Postkarten an der Küchenwand Erinnerungen wachrufen können.

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Wider dem menschenverachtenden Zynismus

Wieder einmal ist eine Autobombe in Afghanistan explodiert – doch nun ist die Deutsche Botschaft beschädigt. Prompt reagiert die Bundesregierung und setzt zunächst einmal die Abschiebungen in den Krieg aus. Was dabei deutlich wird, ist der menschenverachtende Zynismus einer CDU-geführten Bundesregierung, die im Wahlkampf das Leben von Flüchtlingen für Stimmengewinne opfert.
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DigitalCharta – What is the Fucking Problem?

Auf dem ersten Blick scheint die Erarbeitung einer DigitalCharta – also von Grundrechten in der digitalen Sphäre – einen gewissen Charme zu haben, erscheint dieser Teil unserer gelebten Realität sich als vollständig rechtsfreier Raum auszubilden. Bei näherer Betrachtung wird aber deutlich: Die Herausforderungen der Zukunft sind andere – und eigentlich die immer gleichen.

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Wenn Wegschauen zur Staatsräson wird

Kunst kann ein Spiegel der Gesellschaft sein, kann Zeichen setzen – wenn sie relevant ist. Das Dresdener „Monument“-Kunstwerk, das an das Sterben in der Syrischen Stadt Aleppo erinnerte, hat zu Beginn des Jahres deutlich gemacht, wie notwendig eine Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und Fluchtursachen ist. Münster und die Skulptur-Projekte verweigern sich dieser Auseinandersetzung – und setzen mit der Absage an den Mexikanischen Konzeptkünstler Santiago Sierra ebenfalls ein Zeichen, ein Zeichen beängstigender Normalität.

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